Im März 2022 haben sich 23 Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland zum ABBD zusammengeschlossen

Damit wird von den Alpen bis zur Ostsee eine gemeinsame Plattform geschaffen, um Interessen und Aktionen zu bündeln.

Sämtliche Initiativen im Aktionsbündnis fordern von Politik, Wirtschaft und Verkehrsindustrie die Priorisierung vier elementarer Maßstäbe

  • vernünftige Verkehrspolitik
  • sinnvolle Bahnentwicklung
  • echte Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe
  • nachhaltigen Schutz von Mensch, Natur und Klima

Deutschlandweite Aktion: Mahnfeuer von den Alpen bis zur See – für eine bessere Bahnpolitik

Bahn Bürgerinitiativen in ganz Deutschland fordern entschiedenes neues Handeln

Verkehrt-Politik

Gestern wie heute: Der Sektor Verkehr und damit das Verkehrsministerium stehen beim Thema CO2 Reduktion und CO2 Vermeidung schlecht da. Obwohl das Thema für die Menschheit lebenswichtig ist. Autobahn-Neubau, kein Tempolimit auf Deutschlands Straßen, Förderung des Privat-Autoverkehrs und erst recht das Konzept für den Schienenverkehr – alles von gestern.

Eine völlig verkehrte Verkehrspolitik angesichts der Klimakrise!

In einer ersten deutschlandweiten Aktion fordern Bürgerinitiativen von den Alpen bis zur See ein entschiedenes Umdenken und neues Handeln – kurz eine bessere Bahnpolitik. Mit deutschlandweiten Mahnfeuern und Mahnwachen fordern die Bürgerinnen und Bürger sofort eine klimaverträgliche Verkehrs- und Bahnpolitik.

Der Erfolg des 9 Euro Tickets und die Erwartung des 49 Euro Tickets zeigen, dass die Menschen gerne die Bahn nutzen. Langfristig wird das aber nur mit einer zuverlässigen und pünktlichen Bahn funktionieren. Noch mehr, wenn die Verbindung von Haustür zu Haustür machbar ist. Erst recht, wenn Reisen mit der Bahn trotz der massiven Alltagsprobleme stressfrei möglich ist.

Der aktuelle Zielfahrplan des Deutschlandtakts ist nur auf den Fernverkehr ausgerichtet. Die Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs mit einem Fahrgastverhältnis von 1:16 fern zu nah wird vernachlässigt. Das verschlechtert die Attraktivität des Bahnreisens.

Mit einem einfachen Forderungskatalog hat sich das Bündnis an den Verkehrsausschuss und alle Mitglieder des Bundestags gewandt:

  • zu viele und zu teure Hochgeschwindigkeits- und Tunnelprojekte für den Fernverkehr
  • zu viele ausufernde, unökonomische, unökologische Prestige-Projekte im Geiste von Stuttgart21
  • zu sehr „auf Kante genäht“: Dieser Zielfahrplan kommt bei kleinsten Verspätungen aus dem Takt und zementiert damit die Unattraktivität der Bahn
  • zu viele CO2 Emissionen beim Bau, zu viel Flächenfraß und Naturzerschneidung

Wir wollen unseren Anteil beitragen zum Klimaschutz für unseren Planeten und für alle Menschen. Aber nicht mit dieser verkehrten Bahnpolitik!

Anfang 2022 haben sich über 20 Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland – von den Alpen bis zur See – im Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen Deutschland zusammengeschlossen, um diese verkehrte Verkehrspolitik aus der Perspektive der Betroffenen zu ändern.

Videos der Veranstaltungen Alpha-E

Aktionen der ABBD Teilnehmer


Mobilitätswende im Interesse des Klimas – im Interesse der Menschen JETZT!

Das ABBD fordert die Erarbeitung eines Zielfahrplans „Vernunft“, der auf die Prämissen „Nutzen was da ist“ sowie „Ausbau vor Neubau– auch für den Güterverkehr“ bei geringeren Geschwindigkeiten setzt. Emissions-, energie- und ressourcensparende Zielsetzungen müssen vorrangig berücksichtigt werden.

Die aktuelle Verkehrspolitik und der Verkehrswegeplan müssen überprüft – und angepasst werden

  • Parteipolitik und Lobbyinteressen bremsen zukunftsfähige Verkehrspolitik aus
  • Die Superlative „höher-schneller-weiter“ der aktuellen Verkehrspolitik verschärfen die Klimakrise
  • Branchenwunsch statt Bürgerwille – der Zielfahrplan des Deutschlandtaktes
  • Schnell viel bauen – statt schnell und unkompliziert CO2 Emissionen verhindern
  • Freie Fahrt für freie Bürger – gerne. Mit Augenmaß und Tempolimit

Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen Deutschland kritisiert …

Parteipolitik und Lobbyinteressen bremsen zukunftsfähige Verkehrspolitik aus

Parteipolitische und lobbyistische Interessen bremsen seit jeher eine zukunftstaugliche Verkehrspolitik aus. Seit Jahren warnen Wissenschaftler, Politiker, Naturschützer und insbesondere engagierte Bürgerinitiativen vor einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik.

Die Superlative „höher-schneller-weiter“ der aktuellen Verkehrspolitik verschärfen die Klimakrise

„Egal welche Daten und Fakten, Studien, wissenschaftlichen Erkenntnisse oder kritischen Einwendungen von Bürger*innen herangezogen werden – sie zeigen alle dieselben Fehlstellen auf. Doch Bundes- und Landespolitik, sind derart schwerfällig in Sachen zukunftsorientierter Entscheidungen, dass man schier verzweifelt.“ Immer wieder werden dieselben Fehlentscheidungen getroffen.

Branchenwunsch statt Bürgerwille – der Zielfahrplan des Deutschlandtaktes

Einer der Bautreiber für die Bahn ist der Deutschlandtakt. Eine grundsätzlich hervorragende Idee, den Bahnverkehr in Deutschland zu vertakten. Wenn es nicht das Aber gäbe: „Der Zielfahrplan Nr. 3, der den Bauplänen der Bahn als Vorlage dient, ist unbezahlbar teuer. Denn dafür sind viele Neubauten erforderlich, die sich in die Kategorie ‚Stuttgart21‘ einreihen lassen. Das bedeutet, dass die Projekte mehrfach teurer werden als ursprünglich vorgerechnet.“ Und weiter. Wir stehen erneut vor dem CO2-Problem, das bei allen Berechnungen grundsätzlich schöngerechnet – oder ganz ausgeklammert wird. So kann es nicht weiter gehen! Wie auch der Taktfahrplan-Experte Prof. Dr. Wolfgang Hesse aus München betont: „Besser pünktlich und zuverlässig, als ein ambitioniert schneller Fahrplan, der nicht eingehalten wird!“ Die täglichen Berichte über die Verspätungen der Bahn sind dazu Argumentation genug. Die Bahn, die sich selbst erst ab sechs Minuten als unpünktlich bezeichnet, soll einen minutengenauen Zielfahrplan bedienen? Im Mai 2022 waren nur 60% der Fernzüge pünktlich (Quelle: Deutsche Bahn). Finde den Fehler!

Schnell viel bauen – statt schnell und unkompliziert CO2 Emissionen verhindern

Der Mythos, die Bahn sei per se ein Klimaretter, ist einer bequemen Rechenweise geschuldet. „Wer nur gesparte Autokilometer in vermutete Bahnkilometer umrechnet, verkennt den wesentlichen Anteil der Bahn am CO2-Fußabdruck“ so die Meinung aller ABBD Mitgliedsinitiativen. Die Bahn ist längst nicht so grün, wie sie behauptet. Wer sich mit CO2-Kompensationszertifikaten freikauft, bläst eben dennoch weiterhin das klimaschädliche Gas in die Umwelt. Entscheidend ist weiterhin die fehlerhafte Methodik zur Berechnung von Kosten-Nutzen-Verhältnissen bei Infrastrukturprojekten. Bei Straßenprojekten soll der Bundesverkehrswegeplan überarbeitet werden. Das ist bei Bahnprojekten genauso zwingend erforderlich. Der CO2-Ausstoß durch immensen Betonverbrauch und Maschineneinsatz der aktuell im BVWP (Bundesverkehrswegeplan) stehenden Bahnprojekte amortisiert sich erst zum Ende des Jahrhunderts. „Wie kann man da noch von Klimarettung sprechen?“

Freie Fahrt für freie Bürger – gerne. Mit Augenmaß und Tempolimit

Ein weiterer Mythos ist, dass Geschwindigkeit die Lösung aller Probleme sei. Wer sich sperrt, mit einer ganz einfach umzusetzenden Geschwindigkeitsbegrenzung tonnenweise CO2 einzusparen, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. So eine Geschwindigkeitsbegrenzung muss es auch für die Bahn geben – für Personen- wie für Güterverkehre. Bei jeder Geschwindigkeitssteigerung steigen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß exponentiell an. Zudem hat Geschwindigkeit deutliche Auswirkungen auf den verursachten Lärm. In einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland dürfen solche Aspekte nicht unter den Tisch fallen und müssen im Bestand und bei Aus- sowie Neubauten viel stärker berücksichtigt werden. Lärmende Hochgeschwindigkeit wird die langjährigen Verfehlungen in der Verkehrspolitik nicht wettmachen.

Die Forderungen des Aktionsbündnis Bahn Bürger Initiativen

Das ABBD fordert alle Bundes- und Landespolitiker*innen auf, sich mit den Grundlagen der Bewertungsmethodik von Infrastrukturmaßnahmen kritisch auseinanderzusetzen. Das Methodenhandbuch muss auf die aktuellen Gerichtsentscheidungen und Erkenntnisse zu Themen wie Auswirkung auf Mensch und Klima sowie CO2-Ausstoß hin überarbeitet werden.

Der ABBD fordert weiterhin die Erarbeitung eines Zielfahrplans „Vernunft“, der auf die Prämissen „Nutzen was da ist“ und „Ausbau vor Neubau– auch für den Güterverkehr“ bei geringeren Geschwindigkeiten setzt. Emissions-, energie- und ressourcensparende Zielsetzungen müssen stärker berücksichtigt werden.

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